Einen recht angenehmen Abend allerseits!
Ohne lange über unnötige Details bezüglich meiner Person schwadronieren zu wollen - erwähnt sei aber, dass ich 16 Jahre alt bin und derzeit in die 11. Klasse gehe - werde ich im Folgenden meine Situation, Gedankengänge und Fragen auflisten, und wäre wirklich hocherfreut, wenn sich einer der erfahrenen Studis meiner annähme:
Schon seit längerem ist mir klar, dass ich mein Glück wohl am ehesten in einem journalistischen Beruf finden werde - ganz konkret: als Zeitungs-, bzw. Onlineredakteur, sprich als Schreiberling. Nach einiger Internetrecherche wurde mir recht schnell klar, dass es mannigfaltige Wege gibt, in erwähnte Branche einzusteigen, die drei gewöhnlichsten seien hier einmal aufgelistet: 1) Journalismus studieren; 2) eine bestimmte Fachrichtung studieren, auf die man sich dann ggf. als Journalist spezialisieren kann (da klingelt's schon, oder?); 3) eine Journalistenschule besuchen.
Mir persönlich erschien es am sinnvollsten, die letzten beiden Wege zu kombinieren, sprich zunächst Fach XY auf Master zu studieren, und anschließend auf eine Journalistenschule zu gehen. Erwähntes Fach XY - und das Erstaunen wird sich in Grenzen halten - soll in meiner Vorstellung in jedem Fall etwas mit Geschichte zu tun haben. Genug des drögen Geschwafels aber, meine Fragen seyen nun die folgenden:
- Zunächst einmal die ganz grundsätzliche Frage: ist der Weg, den ich einzuschlagen gedenke - sprich erst Geschichte studieren, dann Journalistenschule, dann fleißig als Redakteur schreibseln - überhaupt realistisch? Kennt ihr Menschen, die so verfahren sind, tut ihr es ggf. sogar selber, und war deren bzw. euer Karriereweg erfolgreich?
Die geschichtsfokussierten Studiengänge, die mir interessant erscheinen, sind derzeit folgende: das "ganz normale" Geschichtsstudium, "Europäische Kulturgeschichte" an der Uni Augsburg sowie "Neuere und Neueste Geschichte" an der Uni Freiburg.
- Sind nicht die beiden letztgenannten Studienrichtungen viel zu speziell, als dass man sie auf Bachelor studieren sollte, sprich verdammt man sein Studium dadurch ultimativ zur brotlosen Kunst? Tatsache ist nämlich, dass ich auf erwähnte spezialierte Studiengänge bedeutend mehr Lust habe als auf einen "Kladderadatsch aus Antike, Mittelalter und Neuzeit".
- Und ist bei der Wahl zwischen "Europäischer Kulturgeschichte" und "Neuer und Neuester Geschichte" in Sachen Berufschancen einer der beiden Studiengänge zu bevorzugen?
- Da ein Auslandssemester für mich unabdinglich ist, beschäftigt mich folgende Frage ganz speziell: Kann man als Student eines so spezifischen Studienfaches überhaupt ein Auslandssemester absolvieren, wenn beispielsweise keine der Partneruniversitäten mit dem gleichen Studienfach zur Verfügung stehen? Oder würde man dann im Ausland einfach ein Semester "normale" Geschichte studieren?
- Welche Möglichkeiten bieten sich mir nach meinem Bachelor-Abschluss in "Europäische Kulturgeschichte" beziehungsweise "Neuere und Neueste Geschichte" in Bezug auf mein dann folgendes Master-Studium? Kann ich mit einem der beiden Bachelors beispielsweise Geschichte "ohne alles" auf Master studieren? Oder muss ich dann zwingend bei meinem gewählten Studienfach bleiben (was bei "Neuerer und neuster Geschichte" gar nicht möglich wäre)?
Da ich, wie erwähnt, eine Karriere als Journalist anstrebe, und eine Universitätskarriere offen gesagt ebenso wenig erstrebenswert für mich erscheint wie ein Job als Archivar oder Ähnliches , hätte ich zudem noch die eine oder andere Frage bezüglich des Studiums unter den Gesichtspunkten meiner Jobambitionen:
- Bekanntermaßen müssen ja während eines Studiums mehrere Praktika absolviert werden. Laut Satzung der einzelnen Universitäten müssen aber ganz offenbar die Praktika in einem Bezug zum Studium stehen, allerdings wird erwähnt, dass auch selten Ausnahmen gemacht werden. Hier könnt ihr vllt. auch aus eigener Erfahrung berichten: denkt ihr, dass es möglich wäre, als Geschichtsstudent Praktika bei Verlagen / Zeitungsredaktionen und nicht in Museen, Archiven etc. zu absolvieren? Und reicht dabei die lapidare Begründung "Ich will ja Journalist werden"?
- Auch wenn ich weiß, dass Fragen zur Uniwahl hier in etwa so beliebt sind wie die Sozialisten bei Bismarck, gestatte man mir doch folgende Frage: Obwohl die LMU München ja einen ausgezeichneten Ruf als "beste Uni Deutschlands" genießt, scheint mir selbige doch sehr auf dem Gebiet der Forschung und Sachkundigkeit und weniger in Bezug auf Praxis-/Berufsnähe exzellent zu sein. Sollte man daher nicht eher auf einer anderen Uni als auf der LMU studieren, wenn man Karrierepläne hat wie ich?
- Und schlussendlich noch eine der verhassten Standortfragen: Augsburg hat an sich ja einen eher schlechten Ruf, und Göttingen ist nur in Sachen Naturwissenschaften, weniger was Geisteswissenschaften betrifft spitze, oder sehe ich das falsch? (Man pfähle mich für diese Schwarz-Weiß-Mahlerei
)
Ich weiß, ich weiß, Fragen über Fragen - aber wer, wenn nicht ihr könnte mir die Antworten geben?
Unsere Schulbeauftragte für Karrierefragen, das Bundesamt für Arbeit, dutzende Studienberatungsstellen. Aber trotzdem habe ich euch dazu auserwählt, euch die Mühe zu machen, mich hier um einige neue Erkenntnisse zu bereichern - ganz einfach wegen eurer schier unendlichen Kompetenz.
So, damit hätte ich wohl genug meines Honigs für Bartschmierereien missbraucht, um an eine schnellstmögliche Beantwortung meiner Fragen zu kommen.
Es dankt im Voraus und grüßt
Justin